HEAVEN & HELL • The devil you know

Doom/Heavy Metal
Reunions sind in der Regel eine sichere Bank, um den Finanzhaushalt für die Rockerrente zu sichern. Mehr kommt dabei in den seltensten Fällen bei raus.
Daher ist die Vorfreude auf ein neues Album von „BLACK SABBATH“ mit Dio als Frontmann eine eher verhaltene. Um so erfreulicher, das „The devil you know“ mehr als nur zufrieden stellen kann und tatsächlich mehr als die Summe der einzelnen Teile ergibt. Als hätten die erwürdigen Herren mal so eben zwei, drei Jahrzehnte Ballast über Bord geworfen, entpuppt sich das Album als ein schwarz glänzender Diamant. Dio singt wie ein manischer junger Gott und Tony Iommi zaubert sich ein Prachtriff nach dem anderen aus den Seniorenfingern.
Entsprechend dem düsteren und überraschend blasphemisch-provokantem Cover zeigen HEAVEN & HELL der heutigen Generation über weite Strecken, wo der Hammer of Doom wirklich hängt. Im Gegensatz zu anderen Slow Motion – Rockern, schaffen es die vier Herren allerdings jedes Mal, wenn die Eintönigkeit droht, das Gaspedal durchzutreten. Da ist das treibende „Double the pain“, das zu Recht zur Singleauskopplung erkorene „Bible black“, das rabenschwarze „Follow the tears“, das sogar manchem Schwarzmetaller den Schweiß auf die Stirn treiben dürfte oder der Rocker mit dem geilen Titel „Eating the cannibals“, auf der Platte ist einfach kein Ausfall zu vermelden. Hier wird das Rad nicht neu erfunden, aber die Karre amtlich aufgemotzt.
Wer auch nur im Entferntesten auf so eine Mucke steht, für den ist „Ther devil you know“ ein Pflichtkauf, zumal die Produktion organisch und wuchtig aus den Boxen knallt ohne technische Plastikscheiße.
Hol mich der Teufel!
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Metal OWL - 27. Mai, 18:59