BURNED ALIVE • Unleash the darkness

Modern Death
Hö, sind BURNED ALIVE nu unter die Weißmetaller gegangen? Kirche auffem Cover, Mönche (allerdings untote) und ein gregorianischer Chor als Intro, da wird man mißtrauisch. Aber kein Grund zur Beunruhigung. Der ostwestfälische Fünferpack ist nicht zur christlichen Missionierung angetreten.
Vielmehr wird eine finstere Abrissbirne geschwungen. Hat man das n bisserl zu lang geratene Intro überstanden, geht es mit Vollgas zur Sache. Die eine oder andere Metalcorewurzel ist noch rauszuhören, ansonsten herrscht Anno MMVIII im Hause der lebendig Verbrannten guter alter moderner Schwedentod. Neben dem guten Artwork haben sich BA auch eine amtliche Produktion geleistet. Der Sound ist differenziert bei den coolen Gitarrenläufen und wummst ordentlich bei Groovern wie "Again and again". Sänger Freddy darf auch tatsächlich so genannt werden, denn neben dem Genre - üblichem Growls und Geröchel übt er sich auch souverän in cleanen Gesangsparts. Neben all dem Gebolze, das auf der ganzen Strecke der 10 Songs selten Längen aufzuweisen hat, wagt sich die Band auch an eine Ballade. Knallhart am Kitsch balanciert man mit Frauengesang und Klaviergeklimper. Peinlich ist das nicht, aber mögen muss man es schon. Ob da nicht so mancher Hartkerner die Stirne kraus zieht, bleibt abzuwarten. Zum Gesamtbild passt es allerdings, da auch in den heftigen Songs so manch dramatische Zeile auftaucht.
"Unleash the darkness" ist in jeder Hinsicht eine reife Leistung. Hut ab!
April 2008
Metal OWL - 7. Jan, 01:23