DOOM OVER BIELEFELD II
Mit HOLY HYDRA, VOLTRON, DUST und TONER LOW

Passend zum Motto des Abends bin ich ein wenig zu langsam und bekomme von HOLY HYDRA nur noch die letzten beiden Songs mit. Aber die hinterlassen Eindruck! Schon weit über den Parkplatz vorm FalkenDom haben die Bässe der Combo die Luft vibrieren lassen. Die für SUMA eingesprungenen Saarländer überzeugen mit angenehm primitivem und tonnenschwerem Sound. Nur der Bandname mit dem Doppel - H - Logo bereitet mir ein bisschen Kopfschmerzen. Man könnte auch mal ein wenig sensibler agieren.
Mit sensibel haben allerdings auch die Berliner VOLTRON nix am Hut und das ist gut so. Auf ihrer CD "Beyond an armoured skin" prangt ein Dürer - Nashorn als Logo und ebenso brachial ist der Sound der Truppe. Allerdings sind sie mehr im Postcore als im Metal anzusiedeln, erinnern oft an EARTH CRISIS und Konsorten. Dabei kopieren sie aber nicht, sondern haben durchaus ihre eigene Nische gefunden. Soweit die Slow Motion - Mucke das zulässt agiert das Fünfergespann sehr spielfreudig, was vom Publikum gebührend honoriert wird.
Nach der Umbaupause füllt sich der Saal überraschend fix bis zum Stehkragen. Obwohl, wundern tut's eigentlich dann doch wieder nicht. Schließlich spielt als nächstes OWLs Doominstitution DUST und feiert ihr 10-jähriges Bestehen. Leider gibt es außer Sänger Ollis Plauze, die langsam ein bedrohliches Eigenleben zu entwickeln scheint keine besonderen Jubiläumsspecials. Dafür ist der Sound bei den ersten beiden Songs richtig mies, ein Fakt der sich als roter Faden durch den ganzen Abend zieht. Von anderen Konzerten im Dom weiß man: das muss echt nicht sein!
Bei DUST kommen permanenten Feedbacks hinzu, die findige Besucher beim verzerrten Bass orten und das ganze Konzert über immer wieder bis an die Zahnwurzeln nerven und nicht wenige aus dem Saal vertreiben. Schade, denn musikalisch ist der "psycho-aggressive" Doom von DUST wieder mal eine Bank.
Zum Schluß wird's dann psychedelisch. Eine illuminierte Bassdrum und schicke Drogenfilmprojektionen, eine Bassistin mit Dreads, der Drummer mit Pilotenbrille und der schmale Typ an der Gitarre mit Darkthroneshirt versprechen ein interessantes Gemisch. Und tatsächlich schaffen es die Holländer trotz des fortgeschrittenen Abends nochmal die Aufmerksamkeit auf sich und die größtenteils instrumentale Mucke zu ziehen. Eigentlich müsste man sich bei sowas auf einen flauschigen Teppich setzen und staunen. Ganz großes Kino, aber dabei auch heavy und fern jeder Hippieattitüde. Trotz fehlender Kommunikation mit dem Publikum schaffen es TONER LOW sowohl einen Bassausfall, als auch den Wechsel einer gerissenen Gitarrensaite zu überspielen, ohne das Publikumsflucht einsetzte. Respekt!
Dust
Toner Low